Auf dem Rennsteig des Thüringer Waldes
2. Etappe: Von Ascherbrück zum Heuberghaus (ca 19 Kilometer)

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Es kostet am zweiten Tag der Rennsteigwanderung schon etwas Überwindung wieder den Rucksack zu schultern. Die erste Etappe steckt schon in den Gliedern. Einziger Trost, die ersten 2 Etappen sind bei der hier vorgestellten Wanderung noch nicht so lang, aber was wird dann erst in den nächsten Tagen sein, wenn dann 35 Kilometer auf der Tagesordnung stehen!
Wenn es dazu am Morgen wieder schön leicht und gleichmäßig regnet, ist die Stimmung auch nicht gerade erhebend.. Doch nach 1,9 Kilometern kommt am Ruhlaer Häuschen der Nebel in Bewegung; Die Sonne macht Anstalten das Einheitsgrau zu durchdringen und bald scheint für uns die Sonne. Das hebt natürlich Wanderers Stimmung, er hat sich wieder "eingelaufen".

der Glöckner oder Glöckler

Gasthaus Dreiherrenstein bei Brotterode

Alter Sendeturm auf dem großen Inselsberg

Die ausführliche Wegbeschreibung:

Nach Triniusblick und großer Meilerstädte ist der erste Höhepunkt des Wandertages der Glöckner mit seinen malerischen Felspartien des "Königsstuhl". Der Glöckler dient als Mahnmahl für die Gefallenen des Rennsteigvereins im Ersten Weltkrieg und ist außerdem gewidmet dem Begründer des Rennsteigvereins Professor Hertel. Der Ausblick ist einmalig.

Den Inselsberg sieht man auf unserer weiteren Wanderung leider nicht. Ihn verdecken an diesem Tag noch dunkle Nebelschwaden.Nächste Abwechslung bietet der mächtige Stein, der einst in Meiningen als Denkmal stehen sollte, jedoch unfreiwillig aus Transportschwiergkeiten heraus mitten auf der Straßenkreuzung an der Glasbachwiese als eine eigenwillige Art Verkehrsinsel fungiert., Genau über diese Insel führt der Trampelpfad der zahlreichen Rennsteigwanderer um dann Parallel zur Fahrstraße im Wald zu verlaufen. Man kann sich dann für den Abstecher zum Gerberstein entscheiden oder dem "R" und dem blauen Andreaskreuz folgend den alten Rennsteig genießen.
Der Dreiherrenstein mit gleichnamiger Gaststätte am Großen Weißenberg (740m) lädt zur Rast ein. Es ist ein schönes Fleckchen, an dem sich verweilen läßt. Bänke laden neben dem Denkmal für den Dichter Victor von Scheffel zum Verweilen ein. Doch das Tagesziel ist noch weit, also ist man gut beraten den Rennsteig wieder unter die Füße zu nehmen..

Nach der Brotteroder Hütte geht es stets bergan. Am Oberen Beerberg sind schon über 800 Meter erreicht. Von seinem Fels aus Quarzporphyr und wenig weiter entfernt vom Venetianerstein bieten sich Ausblicke ins Wintersteiner Gebiet. Zum Großen Inselsberg hinauf ist noch einmal Kondition gefragt. steil bergan füht hier der Rennsteig durch urwaldähnliche Waldgebiete. Wir befinden uns in der Kernzone des Naturschutzgebietes Großer Inselsberg. Der Gipfel des höchsten Berges des Thüringer Waldes ist 916 m hoch. Imposant überragen ihn die alten und neuen Sendetürme. Der Touristenrummel des regen Ausflugsverkehres auf dem Berg bietet dem oft einsamen Rennsteigwanderer eine Abwechslung. Ganze Busbesatzungen umlagern die Souvenierstände. Und da auf dem Gipfel einst die Grenze zwischen Gotha und Preußen verlief gibt es gleich zwei Gasthöfe, was dem Wandersmann auch nicht viel nutzt, denn die Wartezeitern auf ein Mittagsmahl sind lang. Wenigstens der Blick ins weite Thüringer Land ist ohne Wartezeit und kann in aller Ruhe genossen werden.

Der Abstieg vom Großen Inselsberg führt, die Straße und den asphaltierten Weg hinab, 0der man folgt dem weißen "R" über die Reitsteine. Hier ist der Rennsteig wohl am unwegsamsten und beschwerlichsten, dafür aber wunderschön.

An der Grenzwiese ebenfalls reger Touristenbetrieb, bevor der Wanderer wieder in die Waldeinsamkeit eindringt und mit sich allein dem Tagesziel zustrebt. Hinauf zum Großen Trockenberg sind steile Höhenmeter zu überwinden. dafür wird der Wanderer oben mit einem stillen Rastplatz und einem schönen Blick auf den Großen Inselsberg belohnt. Noch eine gute Wegstunde, die mit Gefällen vom Großen Trockenberg und starken Steigungen hinauf zum  Großen Jagdberg (814m) führt und so noch einmal die Kondition arg fordert, dann erreicht man das Heuberghaus.
 
 

     

    Malerisch aber auch beschwerlich ist der Abstieg vom Großen Inselsberg zur Grenzwiese. Der Rennsteig ist hier nur ein Pfad.

SEITENANFANG  © Wolfgang Trommer