| DER
BÖHMISCHE STEIG
DIE ALTE HISTORISCHE SALZSTRASSE HAUPTSEITE |
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© Wolfgang Trommer |
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Die Historische Salzstraße "Der Böhmische Steig" Handelsweg und Siedlungsrampe durch das Erzgebirge Das Erzgebirge ist bekannt für sein etwas rauheres Klima. Trotz der heutigen Klimaveränderung und damit einhergehender milderer klimatischer Verhältnisse gibt es für die Wintersportler in der Wintersportsaison hier noch immer eine relativ gute Schneesicherheit. Wie aber mag dieses Erzgebirge bei unseren Vorfahren gefürchtet gewesen sein, als auf diesem Gebirge noch schier undurchdringlicher Urwald und eben diese rauhen Witterungsverhältnisse vorherrschten. Dennoch bahnten sich Menschen einen Weg auf frappierend direkter Linie über dieses Gebirge, das man "Miriquidi" dunkles Gebirge - Dunkelwald - nannte. Wann dieser Weg sich entwickelte bleibt im Dunkel der Geschichte, aber er muß wohl schon sehr früh existiert haben. Eine erste urkundliche Erwähnung findet dieser alte Handelsweg als Böhmischer Steig in einer Urkunde der Marienkirche zu Zwickau. Aber wie schon gesagt existierte er als Handelsweg viel früher, es wird vermutet, daß der Böhmische Steig bereits während des 10. Jahrhundert als Handelsweg für den Austausch von Salz aus der Region Halle und im Gegenzug für Handelsgüter aus Böhmen diente.Vielleich aber nutzten ihn bereits die Slawen in viel früheren Zeiten, denn in Böhmen gab es ein sehr wertvolles Mineral nicht, um das selbst Kriege geführt wurden, das Salz. Was wir heute wie selbstverständlich zur Würze unserer Speisen verwenden, war einst ein sehr wertvolles Gut. Das Salzmonopol verhalf zu großem Reichtum führte aber ebenso zu Stammesfehden und zu Kriegen. So war man in den Gegenden des heutigen Böhmens auf Salzimporte aus anderen Regionen angewiesen, denn im Böhmischen Raum war das Mineral nicht vorhanden. Man mußte Salz aus der Gegend um Halle importieren. So entwickelte sich die alte Handelsstraße, der Böhmische Steig, von Prag zur Burg Haßstein über den Preßnitzpaß, Preßnitz, Jöhstadt, Schlettau, Grünhain, Lössnitz und Hartenstein nach Zwickau und weiter über Altenburg nach Halle zum Handelsweg. Einen zweiten Zweck hatte dieser Handelsweg die spätere Handelsstraße, sie wurde zur Siedlungsrampe, der wir die Besiedelung der selbst unwirtlichsten Gebiete des Erzgebirgskammes verdanken. Diese Besiedelung begann etwa im 12. Jahrhundert, erlebte einen Höhepunkt mit dem Silber.- und Erzbergbau im Mittelalter und einen weiteren Aufschwung mit der industrielellen Revolution im 19. Jahrhundert und erlebte einen schrecklichen Rückschlag mit der Aussiedelung von Millionen Sudetendeutscher aus ihrer angestammten Heimat. Wie wir wissen folgte somit der Besiedelung des Erzgebirges über ein Jahrtausend im 20. Jahrhundert eine grausame Entsiedelung. Und auch heute setzt sich diese Entsiedelung fort durch die Abwanderung der Menschen, die durch die Fehler der deutschen Wiedervereinigung auf der Suche nach Arbeit ihre Heimat verlassen. Im Rahmen der gemeinsamen Geschichte von Deutschen und Böhmen versucht man sich trotz der dunklen Kapitel der deutsch-tschechischen Geschichte anzunähern und zur Verständigung beizutragen. Besonders durch Initiativen von engagierten Leuten aus Schlettau Lößnitz und Hartenstein, die den Verlauf der Historischem Salzstraße von Zwickau bis ins Böhmische zur Burg Haßstein (Hasistein) erkundeten, ist es zu verdanken, daß die alte Salzstraße mit neuem Leben erweckt und im Rahmen des Deutschen Wandertages für wanderfreudige Interessenten beschildert und mit Hinweistafeln erschlossen wurde. Initiatoren aus Schlettau führen jedes Jahr am ersten Juniwochenende eine geführte Wanderung auf der alten Salzstraße zwischen Schlettau und der Burg Haßstein durch. (Die vorbildliche Organisation sei bereits an dieser Stelle empfohlen.) Leider konnte die Kennzeichnung des Weges und die vorbildliche Erklärung der alten Straße mit Hinweistafeln nur auf deutscher Seite erfolgen. Die Teilnahme an einer dieser Wanderungen veranlaßte uns die Alte Salzstraße von Zwickau bis zur Burg Haßstein im Böhmischen zu erkunden. Unsere Eindrücke von diesem alten Handelsweg sollen zur eigenen Entdeckung empfohlen werden. |
1000 Jahre Verkehrswege: Neben der Autobahn A 72 zieht sich, dem Geländeprofil angepaßt, die Alte Salzstraße über die Höhen in Richtung Zwickau dahin. Die Altstraßen Wege
gibt es auf unserem Planeten seit es
Lebewesen auf ihm gibt. Die Tiere mit ihrem Instinkt schufen sich sehr
direkte Verbindungen zu Wasserstellen und Nahrung . Der Mensch nutzte diese
Pfade, einmal um die Tiere zu erjagen zum anderen aber auch um bequemer
voran zu kommen. Wege dienten nun auch dem Informationsaustausch und dem
Handel.
Der Mensch schuf sich allmählich Wege um an die
von ihm erstrebten
Ziele und Begehrlichkeiten zu gelangen. Alte Straßen durchziehen alle Gegenden Mitteleuropas. Man nennt sie Altstraßen. Die Besonderheit dieser Altstraßen liegt darin, daß sie sich entsprechend der geografischen Gegebenheiten dem Landschaftsprofil angepaßt haben. Außerdem meiden diese Altstraßen die Täler und Niederungen, die zur damaligen Zeit oftmals durch Sümpfe und Hochwasser unpassierbar waren. So ziehen sich diese Altstraßen auch heute noch durch unsere Mittelgebirgslandschaften. Im Mittelgebirge konnten sie sich besser erhalten, weil das Land weniger zersiedelt ist. Außerdem haben die Benutzer der Straßen durch zahlreiche Hohlwege Spuren hinterlassen, die durch die Besiedelung nicht zerstört wurden. Diesem Umstand ist es zu verdanken, daß der Verlauf dieser Altstraßen noch heute nachvollzogen werden kann. Wer sich mit dem Verlauf einer solchen Altstraße beschäftigt, der wird erstaunt sein, mit welcher Treffsicherheit und mit welchem Orientierungssinn unsere Vorfahren sich den möglichst direktesten Weg zu ihrem Ziel bahnten. Faszinierend ist aber auch, wie sich dieser alte Verkehrsweg harmonisch in die Landschaft einfügt und ein beredtes Zeugnis vom Pioniergeist unserer Vorfahren ablegt. |
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Die Spuren von Jahrhunderten Handelsverkehr auf dem Böhmischen Steig. Hohlwege, von den Wagenrädern und der Bodenerosion ausgearbeitet, verraten noch heute den Verlauf der alten Handelsstraße. |
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LETZTE AKTUALISIERUNG: 17.07.2005 |
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