Auf dem Rennsteig des Thüringer Waldes

6. Etappe: Von Neuhaus / R. nach Steinbach a.W.

(ca 25,0 Kilometer)

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Mit dem Kleinbus zum Ausgangspunkt der Wanderung und am Abend willkommener Service  der Abholung.

 

Am Berggasthof Brand die ehemaligen herzöglichen  Schieferbrüche

 

Die freie Sicht über Spechtsbrunn ist faszinierend

 

Schon immer kennzeichneten diese Steine eineGrenze,

doch während 50 Jahren Kalter Krieg den Todesstreifen

der innerdeutschen Grenze.

 

Die ausführliche Wegbeschreibung:

 

 

Der sechste Tag dieser Rennsteigwanderung beginnt in Neuhaus am Rennweg. Legitim ist es auch die Wanderetappe am Skifahrerdenkmal von Ernstthal zu beginnen. Man schenkt sich den Weg durch Neuhaus am Rennweg, das in der DDR- Zeit durch Plattenbauten und Industrieansiedelung der Tristesse etwas anheim fiel. Ich kenne Neuhaus am Rennweg zur Genüge und auch den Weg durch das Glasmacherörtchen Ernstthal zum Skifahrerdenkmal, an dem einst das unbekannte Land begann,  denn hier war lange für den Normalsterblichen Ende der Welt - Sperrgebiet.

Wie schon gesagt, es ist der sechste Tag auf dem Rennsteig. Ich kann nicht lügen, denn es gibt Zeugen, die wissen, ich habe um die 3 Kilometer des Rennsteiges ausgelassen. Aber wie gesagt, am 6. Tag auf dem Rennsteig wird für manchen die Wanderung zur Qual, und das heißt sich ganz schön quälen, denn nun muß es sein, daß der Rennsteig in ganzer Distanz bezwungen werden soll. Die Schuhe waren es, die meinen Elan an diesem Tag bremsten. Die Füße wurden wund gerieben, und der Schmerz ist unsäglich groß. Sandalen könnten das Laufen erleichtern. Jedoch regnet es wieder, also heißt es gegen den Schmerz in den Wanderstiefeln ankämpfen, vielleicht schafft man die paar 20 Kilometer ja doch noch irgendwie.

Griffelschieferbrüche am Brandt, ersparen Sie mir jüngsten Verwendungszweck dieser alten Einkehrstätte. Auch früher war es hier nicht schön. Die Armut wohnte bei den Griffelmachern, und mancher liebevoll im Sommer gehegte und gepflegte Singvogel wanderte aus dem kleinen Käfig vor dem Fenster in den Kochtopf. Der Hunger war größer als jede Tierliebe.

Einmalige Ausblicke vom neugestalteten Triniusblick, der auf Schieferbrüchen entstand. Hier liegt dem Wanderer der Frankenwald zu Füßen. Dann endlich lichtet sich der Wald. der Atem bleibt stehen nach Tagen der Waldeinsamkeit, denn nun ist der Blick frei auf Spechtsbrunn und weit hinüber in Richtung Steinbach am Wald. Nun geht es zur Kalten Küche am Ortsausgang von Spechtsbrunn, und die Tafel am alten Paßübergang offebart eine illustre Gesellschaft, die hier im Laufe der Zeiten das Gebirge überquerte.

Weiter oben überquerte in jüngster Vergangenheit keiner mehr Straße und Pfade. Stacheldraht, Mienen, Selbstschußanlagen und Todesstreifen wußten das zu verhindern. Jetzt breitet sich Natur am Todesstreifen aus. Ein Bundesadler durchbricht auf einem Schild mit breiten Schwingen den Stacheldraht um den "Ostlern" das Glück zu bringen. Es kam nicht so recht, und ein Spaßvogel kritzelte unter das Schild, daß Arbeit gebraucht wird.

Das Wetter wird besser. Die Jahrhunderte alte Grenzstelle mit Grenzsteinen markiert die Grenze zwischen Bayern und Thüringen. Auf der fränkischen Seite war der Rennsteig durch die nahe Grenze 50 Jahre nicht mehr attraktiv. Wer wollte schon auf dem kurzen Teilstück wandern. Aber der Wanderer findet hier schöne alte und urwüchsige Teilstrecken des Rennteiges, bevor er auf einem parralel zur Straße angelegtem Weg Steinbach am Wald und ein gemütliches Hotel erreicht.

Übrigens, es wurde doch noch schönes Wetter, und Wanderers Schmerzen wurden durch den Tausch der schweren Wanderschuhe gegen Sandalen gelindert...

    Der Rennsteig vor Steinbach / am Wald  folgt teilweise der Straße. Teilstrecken entschädigen den Wanderer mit der ursprünglichen Schönheit des Rennsteiges.

 

 

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© Wolfgang Trommer