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2 v.u.Z
Möglicherweise
nutzte der Römische Statthalter Rätiens Domitius Athenobarbus
den Rennsteig auf seinem Marsch zur Elbe.
1330
Der Rennsteig wird erstmalig
im Frankensteinischen Verkaufsbrief als "Rynnestig" erwähnt.
1485
Der
Rennsteig markiert die Grenze zwischen Henneberg und den Ernestinischen
Ländern.
1599
Der
Forstmeister Volkmar Gramann sagt vor Gericht aus:
"...
von anderen habe ich gehört, das der Reinsteig von Lauenstein biß
off den Fichtelberck seinen Lauf haben soll".
1654
erhalten
der Forstmeister Siegmund Eberhard in Eisfeld und der Oberförster
Martin Nees in Unterneubrunn den Auftrag die Osthälfte des Rennsteiges
zu vermessen. Der Rennsteig wird von der Werra bis ins Reußenland
kartographiert.
1666
Ernst der Fromme veranlaßt
einen Forstmeister David Schmiden aus Georgenthal den Rennsteig zu vermessen,
weil er sich einen gedeckten Höhenweg über den Thüringer
Wald, das Fichtelgebirge und den Böhmerwald bis nach Wien zur schnellen
Truppenbewegung erhoffte. Dieses Ziel erreicht er jedoch nicht, aber erstmals
ist der Rennsteig auf Pergament kartographiert. Etwa die Hälfte des
Wegverlaufes des Rennsteiges existiert noch heute so.
um 1700
Christian
Juncker verfaßt eine mehr als tausendseitige Handschrift unter dem
Titel "Beschreibung des Allersonderbarsten
auf dem Thüringer Wald und des recht kuriosen Werkes, des sogenannten
Rennweges oder Rennsteiges".
Die
Schriften dienen erst heute den Rennsteigforschern.
1791 - 1851
Lebenszeit
des Julius von Plänckner, der als "Vater des Rennsteigwanderung" gilt.
Er erwanderte den Rennsteig im Jahre 1830 in
fünf Tagesmärschen. Dies war die erste nachweisbare Begehung
des gesamten Rennsteiges. Seither ist die Rennsteigrunst mit 4 bis 6 Tagesmärschen
festgelegt.
1883
Victor
Scheffel gibt die für einen Wartburg-Roman entstandenen Gedichte unter
dem Titel "Frau Aventuire" heraus, darunter ein Poem mit dem Titel "Der
Rennsteig".
Mitte 19. Jahrhundert
Beginn
der historischen Rennsteigforschung;
Ludwig
Storch (1841), Ludwig Bechstein (1847) und Alexander Ziegler (1862) sind
Verfasser bekannter Abhandlungen über Rennsteig und Thüringer
Wald. Monographien von August Trinius (1889 und Alfred Roßner (1892),
ebenfalls nach Rennsteigwanderungen entstanden, fördern die sich langsam
entwickelnde Rennsteigtouristik.
1896
Die
ersten Rennsteigwanderer gründen den von Ludwig Hertel angeregten
Rennsteigverein im Gasthaus Waldhaus.
Die
Zeitschrift des Rennsteigvereins erhält den Namen "Mareile" nach der
Gastwirtstochter. Das R aus dem Namen Mareile wird das Wegzeichen
des Rennsteiges.
1897 bis Ende
1. Weltkrieg
"Altrenner",
die ersten vom Rennsteig begeisterten Rennsteigwanderer bewandern den Rennsteig.
Ein
Professor Büring mißt mit einem Handrat den Rennsteig von Blankenstein
bis Hörschel mit 171, 440 km. (heute 168,3 km)
1886
Der
erste Band der Thüringer Bilder von August Trinius erscheint
unter dem Titel "Der Rennstieg - Eine Wanderung von der Werra bis zur Saale".
1896
Der
erste Rennsteigführer von Ludwig Hertel und Johannes Bühring
erscheint
1915
Erscheinungsjahr
der ersten fünfteiligen Karte des Rennsteigs.
1973
Der
erste Guts Muths Rennsteiglauf findet statt.
Er
wird sich zu einem der populärsten Ausdauerläufe entwickeln.
Die Strecke über 65 Kilometer beginnt an der Hohen Sonne und endet
in Schmiedefeld.
bis 1989
...beginnt der Rennsteig am
Vachaer Stein in Eisenach und endet bei Ernstthal, der Rest des Weges bis
Blankenstein ist durch die Deutsche Teilung nicht zugänglich.
Die
organisierte Rennsteigwanderung beginnt zu DDR-Zeiten bei Eisenach. Der
Rennsteigwanderer erreichte den Rennsteig an der Hohen Sonne. Von hier
bis Neuhaus am Rennweg ist deshalb der Rennsteig auch als Internationaler
Bergwanderweg EB mit blauem Andreaskreuz ausgeschildert.
(Für
die kommunistischen und atheistischen Ostblockländer ist verwunderlich
und an dieser Stelle erwähnenswert, daß der internationale Bergwanderweg
von der Wartburg nach Budapest dem Weg folgt, den die heilige
Elisabet von Ungarn zur Wartburg genommen haben soll.)
1990
Der
Rennsteig ist nach der Öffnung des Eisernen Vorhanges wieder in ganzer
Länge begehbar. Die erste Rennsteigwanderung am 28.04.1990
gleicht
einem Volksfest.
nach 1990
Die
Freunde des Rennsteivereines Wurzbach markieren den Rennsteig auch auf
bayrischer Seite, wo der Rennsteig bedingt durch die Grenzlage keine Attraktivität
als Wanderweg mehr hatte.
1992
20jähriges
Jubiläum des Guts-Muths-Rennsteiglaufes, der sich zum größten
europäischen Grosslauf entwickelte.
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Die Entstehung des Rennsteiges
bleibt ein Geheimnis
Im deutschen Sprachgebiet gibt es sehr
viele Rennsteige und Rennwege. So streiten sich auch die Gelehrten, woher
der Begriff Rennsteig denn eigentlich kommt.
So kann er von Rain, also Grenze, herrühren
er kann sich aber auch aus dem Althochdeutschen Wort "renniweg" als schmaler
Lauf- und Reitweg ableiten.
Irgendwo im Dunkel der Geschichte liegt
das Geheimnis des Rennsteiges verborgen. Vielleicht hat er gar schon als
urzeitlicher Jagd- und Verbindungsweg existiert? Diente er den Kelten als
strategischer Weg gegen die vordringenden Germanen? War er gar ein alter
Handels- und Pilgerpfad - eine Via Regia über den Gebirgskamm? War
er schon immer ein Grenzpfad, oder ist er ganz einfach als schneller Verbindungsweg
zwischen den zahlreichen Paßstraßen, die über den Kamm
führen, entstanden?
Wir werden es wohl nicht erfahren können,
ebenso wie sein Anfang und sein Ende umstritten und im Dunkel der Geschichte
verborgen sind.
Auch werden wir wohl nie erfahren ob der
Rennsteig vielleicht viel weiter reichte als bis zum Saaletal.
Abwegig wäre es jedenfalls nicht,
wenn es einmal einen ebensolchen Rennsteig durch das Vogtland vorbei an
den mystischen Burgsteinkapellen und hinüber auf den Kamm des Erzgebirges
gegeben hat.
So wird für den, der den Rennsteig
in seiner Gesamtheit erwandert, der Reiz dieses einzigartigen Kammweges
offenbar, der in traumwandlerischer Sicherheit den direktesten Weg von
Hörschel bis nach Blankenstein einschlägt und dabei nur wenn
unbedingt erforderlich natürliche Hindernisse umgeht. Wiesen und Felder
durchquert er aber auf direktem Wege und niemand kam bisher auf die Idee
diesen alten Weg um ein Fläche herum umzuleiten. Ortschaften meidet
sein Verlauf, wo immer es möglich ist.
Faszination geht von seinen uralten Grenzsteinen
aus, die die Kleinstaaterei und Zersplitterung Mitteldeutschlands in einmaliger
Weise dokumentieren. Sie säumen fast den gesamten Rennsteig zwischen
Hörschel und Blankenstein. Der Rennsteig wird so zu einem einmaligen
schützenswerten Kulturgut und ist Zeugnis deutscher Geschichte.
Die ältesten erhaltenen Wegstrecken
zeigen, wie der Fleiß der Menschen diesen alten Weg prägte.
Schmal ausgehauen (oder ausgelaufen?) bis zu 3 Meter tief in die Erde finden
wir den alten Weg vor.
Manchmal schlängelt er sich schmal
und verwunschen durch die dunklen Wälder. Mal ist er sumpfig, mal
ist er Wiese oder auch mit den Wurzeln der Bäume überzogener Pfad.
Manchmal ist er dann auch Landstraße,
an der nach 1989 in Arbeitsbeschaffungs-Maßnahmen Wanderwege parralel
zur Straße angelegt wurden.
Eindrucksvoll sind aber auch die Passagen,
die unmittelbar am ehemaligen eisernen Vorhang entlangführen oder
den Totesstreifen kreuzen. Welch ein Glück, daß durch diese
Grenze der Rennsteig nicht zerstört wurde.
Heute nun wandern wieder viele Menschen
auf dem alten Pfad über den Kamm des Thüringer Waldes, und das
wird hoffentlich lange so bleiben.storischen
Daten sind entnommen den Büchern:
Die
historischen Daten sind entnommen den Büchern:
Ludwig,
Otto
"Der
Rennsteig"
Greifenverlag
Rudolstadt
1.
Auflage 1965
Wolfram
Scheibe, Volker Wahl, Horst Heinert
"Rennsteigwanderung",
Tourist
Verlag Berlin Leipzig,1.Auflage 1985
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